mobalance - Möglichkeiten einer bewussten Gestaltung von Mobilität durch Anwendung des Suffizienzprinzips im österreichischen Kontext

eingereicht von AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Kooperationspartner: lorenz consult und WU Wien, Department für Sozioökonomie

Kurzbeschreibung

Im Sondierungsprojekt mobalance (http://www.ait.ac.at/mobalance) wurde das Prinzip eines individuellen „Mobilitätskontos“ untersucht, mit dem die abstrakten CO2-Reduktionsziele der Zukunft in jährliche, individuell erreichbare Ziele für die Gegenwart und den Zeitraum bis 2030/2050 "übersetzt" werden. Die jährlich "erlaubte" CO2-Menge wird dabei nach einem sozialräumlichen Schlüssel auf die Bevölkerung verteilt. So bekommen Menschen mit Betreuungspflichten oder in Regionen mit schlechter Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz mehr Anteile oder Zertifikate. Damit soll den Betroffenen die selbstbestimmte Organisation ihrer Mobilität innerhalb der Emissionsgrenzen ermöglicht werden. In Fällen von erhöhtem oder vermindertem Bedarf können Teile der Zertifikate gehandelt werden. In Regionen mit konstant erhöhtem Bedarf an Zertifikaten können zudem Maßnahmen zur Entlastung der Budgets entwickelt werden zum Beispiel bessere Nahversorgung. Als Ergebnis liegt neben dem Konzept auch ein Selbstbewertungstool und ein Tool zur Wirkungsabschätzung von Mobilität. Das Projekt mobalance fokussierte auf das „Suffizienzprinzip“. Suffizienz bedeutet eine Maßnahme zur Verhaltensänderung und auch eine bewusste Auseinandersetzung mit den Folgen von Entscheidungen und möglichen Alternativen. Ohne diese bewusste Auseinandersetzung besteht die Gefahr, dass Verkehrseinschränkungen abgelehnt werden und dass technologische Verbesserungen durch Verhaltensanpassungen, sogenannte Reboundeffekte, nicht die erhoffte Wirkung erzielen.