Umfrage-Ergebnisse „Wie gut sind die Bedingungen fürs Gehen in Ihrem Wohnort?“

Im Februar und März 2022 befragte der VCÖ Unterstützerinnen und Unterstützer sowie alle Interessierten dazu, wie sie das Gehen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld erleben. Welche Hindernisse gibt es, welche Verbesserungen sind aus ihrer Sicht notwendig?

Rund 4.000 Personen beteiligten sich an der (nicht repräsentativen) VCÖ-Umfrage. Vielen herzlichen Dank dafür!

Viele Alltagswege werden zu Fuß zurückgelegt

Zwei Drittel aller Teilnehmenden (66,5 Prozent) gaben an, private Erledigungen wie Einkäufe, Arztbesuche und ähnliches fast täglich oder mehrmals wöchentlich zu Fuß zu machen. Immer noch fast 60 Prozent erledigen Wege zu Freizeitbeschäftigungen wie Besuchen meistens zu Fuß (59,3 Prozent). Die Hälfte der Teilnehmenden (50,6 Prozent) geht fast täglich beziehungsweise mehrmals wöchentlich zu Fuß zu „ihrer“ Öffi-Haltestelle.

Der VCÖ ist die auf Verkehr spezialisierte Umweltorganisation in Österreich. Der VCÖ finanziert sich durch Spenden von Privatpersonen. Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende.

Wer in Eile ist steigt oft um

Auch Wege, die grundsätzlich zu Fuß zu schaffen wären, werden oft bewusst mit anderen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Als Grund dafür wird am häufigsten Eile genannt (trifft für 31,5 Prozent oft zu, für 34,2 Prozent manchmal), gefolgt vom Transport unhandlicher Dinge (trifft für 25,3 Prozent oft zu, für 39,7 Prozent manchmal).

Aber auch zu viel (22,3 Prozent) und zu hohes Tempo (22,9 Prozent) des Kfz-Verkehrs entlang der Strecke sind für rund ein Fünftel der Teilnehmenden gute Gründe, eine fußläufige Distanz nicht zu gehen, ebenso wie das Fehlen adäquater Gehwege (19,7 Prozent) und Hindernisse und Umwege auf der Strecke (19,3 Prozent).

Als Alternative wird am häufigsten das Fahrrad genannt (46,8 Prozent nutzen es oft auch für fußläufige Distanzen), aber auch der Öffentliche Verkehr (oft genutzt von 29,2 Prozent). Knapp ein Fünftel der Befragten weicht in diesem Fall auf den Pkw aus (19,9 Prozent).

Sicheres Gehen braucht verkehrsberuhigte Zonen

Wenn es darum geht, die Voraussetzungen für angenehmes und sicheres Gehen im eigenen Wohnumfeld zu schaffen, sind sich mehr als die Hälfte der Teilnehmenden (53,8 Prozent) sicher: Gute Querungsmöglichkeiten für Gehende helfen sehr.

Auch verkehrsberuhigte Zonen etwa in Wohngebieten, vor Schulen und Spielplätzen wären laut fast der Hälfte (48,4 Prozent) sehr wichtig.

Weitere häufig genannte Verbesserungsmöglichkeiten sind breitere (bzw. überhaupt vorhandene) Gehsteige und Gehwege (43,8 Prozent) sowie eine abwechslungsreiche Straßengestaltung (38,9 Prozent).

Mehrheit wünscht sich explizites Halte- und Parkverbot von Kfz

70,3 Prozent der Teilnehmenden halten ein explizites Halte- und Parkverbot von Kfz auf Geh- und Radwegen für sehr sinnvoll, 15,8 Prozent für eher sinnvoll. Ein Großteil wünscht sich generell eine Straßenverkehrsordnung, die sich stärker an Gehenden und ihren Bedürfnissen orientiert (sehr sinnvoll: 65,5 Prozent, eher sinnvoll: 21,0 Prozent). Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet halten 57,1 Prozent für eine sehr sinnvolle Maßnahme, 20,2 Prozent für eher sinnvoll.

Die Ergebnisse von VCÖ-Umfragen wie dieser fließen in unsere Arbeit ein. Nochmals vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Kurze Distanzen zu Fuß bewältigen zu können ist die naheliegendste, kostengünstigste und umweltverträglichste Art, mobil zu sein. Doch dafür braucht es die richtigen Voraussetzungen. Die Covid-Pandemie seit Beginn des Jahres 2020 hat uns überdies erneut vor Augen geführt, wie wichtig öffentliche Plätze und Bewegung im Freien für die körperliche und psychische Gesundheit sind.

Die Mobilitätswende hin zu einem ökologisch verträglichen und sozial gerechten Verkehrssystem braucht aktive Mobilität – wie das Gehen. Und aktive Mobilität braucht mehr Platz und ein ebenso sicheres wie attraktives und barrierearmes Umfeld.

Einsatz für bessere Bedingungen für das Gehen

Gute Bedingungen für bewegungsaktive Mobilität wie Gehen und Radfahren zu schaffen, ist ein wesentlicher Schritt nicht nur in Richtung Klimaschutz, sondern auch hin zu einer sozial gerechten, leistbaren Mobilität, die allen nützt.

Der VCÖ setzt sich als gemeinnützige Organisation für eine solche ökologisch verträgliche und sozial gerechte Mobilität mit Zukunft ein. Der intensive Einsatz des VCÖ ist nur dank der Unterstützung durch Spenden von Privatpersonen möglich.

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