VCÖ: Zu hohe Stickoxidbelastung in Österreich – Grenzwert bei jeder 4. Messstelle überschritten

VCÖ (Wien, am 12. November 2013) – In vielen Regionen Österreich ist die Stickoxidbelastung zu hoch, macht der VCÖ aufmerksam. An 35 Messstellen wurde im Vorjahr der Jahresgrenzwert überschritten. Stickoxide schädigen die Atemwege und können Lungenerkrankungen verursachen. Hauptverursacher der Stickoxid-Emissionen ist der Verkehr. Dieselabgase enthalten deutlich mehr Stickoxide als die Abgase von Benzin. Der VCÖ fordert daher die Streichung der Steuerbegünstigung von Diesel und ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz. Wirksam sind zudem niedrigere Tempolimits.

„Österreich hat nicht nur ein Feinstaubproblem. Auch die Belastung durch die gesundheitsschädlichen Stickoxide ist vielerorts zu hoch. Im Vorjahr wurde an jeder vierten Messstelle der Jahresgrenzwert überschritten“, macht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek aufmerksam. Die VCÖ-Analyse auf Basis der Daten des Umweltbundesamts zeigt, dass in der Nähe von Autobahnen und stark befahrenen Straßen die Belastung sehr hoch ist. 

Entlang der Tiroler Inntalautobahn A12 war die Luft am stärksten mit Stickoxiden verschmutzt. Der Jahresgrenzwert von 30 Mikrogramm Stickoxide pro Kubikmeter Luft wurde mit 64 Mikrogramm um das Doppelte überschritten. Am zweithöchsten war die Belastung in Kundl (ebenfalls an der A12) mit 55 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, am dritthöchsten war die Belastung in Wien am Hietzinger Kai und in Feldkirch (Bärenkreuzung) mit jeweils 54 Mikrogramm. Auch in den Landeshauptstädten Salzburg, Linz, Graz, Klagenfurt,. Innsbruck und St. Pölten wurde der Jahresgrenzwert überschritten, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass es in den vergangenen zehn Jahren kaum Verbesserungen gab. So lag die Stickoxid-Belastung bei Vomp im Jahr 2002 bei 61 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Stickoxide können Bronchitis auslösen, Allergien verstärken und Lungenschäden verursachen. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich 60 Prozent der gesamten Stickoxid-Emissionen vom Verkehr verursacht werden.

Besonders schädlich sind Dieselabgase. „Der Lkw-Verkehr ist der Hauptverursacher der Stickoxide. Österreich hat aber auch wegen des Dieselbooms bei den Pkw ein Problem mit der Luftqualität. Seit dem Jahr 1990 hat sich die Zahl der Diesel-Pkw in Österreich versechsfacht“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest. Der VCÖ kritisiert, dass trotz der höheren Gesundheitsschädlichkeit Diesel niedriger besteuert wird als Benzin. Pro Liter ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent niedriger als auf Benzin. Der VCÖ fordert die Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel.

Eine kostengünstige Maßnahme zur Verringerung der Schadstoffbelastung sind niedrigere Tempolimits. Durch Tempo 80 statt 100 sinken die Stickoxid-Emissionen bei Pkw im Schnitt um rund 13 Prozent, bei Klein-Lkw sogar um 28 Prozent, betont der VCÖ. „Ein wichtiger Beitrag für die Verbesserung der Luftqualität ist auch die Verkehrsverlagerung. Diese ist durch ein dichteres Öffi-Netz, mehr Bahn- und Busverbindungen aber auch eine bessere Infrastruktur für das Radfahren erreichbar“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest.

 

VCÖ: An 35 Messstellen war Stickoxid-Belastung zu hoch (Jahresmittelwert im Jahr 2012, in Klammer Wert im Jahr 2011 – Grenzwert 30 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft)

Vomp A12 Inntalautobahn: 64 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (66)

Kundl A12: 55 (53)

Feldkirch Bärenkreuzung: 54 (55)

Hietzinger Kai: 54 (58)

 

Hallein A10 Tauernautobahn: 53 (54)

Salzburg Rudolfsplatz: 53 (57)

 

Linz Römerberg B139:  50 (51)

Enns Kristein A1: 48 (56)

Gärberbach A13 Brennerautobahn: 48 (51)

 

Graz Don Bosco: 47 (51)

Klagenfurt Nordumfahrung A2: 45 (42)

Hallein B159 Kreisverkehr: 43 (47)

 

Lustenau Zollamt: 43 (41)

Innsbruck Zentrum: 42 (45)

Hall i. T. Untere Lend: 42 (43)

 

Imst A12: 41 (45)

Höchst Gemeindeamt: 40 (41)

Wien Rinnböckstraße: 40 (42)

Vomp An der Leiten: 40 (42)

 

Wien Taborstraße: 39 (42)

Lienz Amlacherkreuzung: 39 (40)

Innsbruck Reichenau: 37 (41)

 

Klagenfurt Völkermarkter Straße: 36 (37)

St. Pölten Europaplatz: 34 (35)

Graz Mitte Gries: 34 (36)

 

Zederhaus: 34 (35)

Graz Süd Tiergartenweg: 33 (36)

Wien Belgradplatz: 33 (36)

 

Wörgl Stelzhamerstraße: 32 (kein Wert für 2011)

Salzburg Mirabellplatz: 32 (34)

Wolfsberg Hauptschule: 31 (33)

 

Graz Ost Petersgasse: 31 (32)

Linz 24er Turm: 31 (36)

Wien Gaudenzdorf: 31 (35)

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2013

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