VCÖ: Wien erlebt größten Mobilitätswandel seit Massenmotorisierung - VCÖ-Mobilitätspreis Wien gestartet - 21.03.2013

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Mobilität der Wienerinnen und Wiener massiv verändert, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Die Öffis sind zum wichtigsten Verkehrsmittel geworden und die Wiener legen mittlerweile mehr Wege zu Fuß als mit dem Auto zurück. In elf Wiener Bezirken hat sich seit dem Jahr 2005 die Zahl der Autos - trotz Bevölkerungswachstums - verringert. VCÖ, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und ÖBB-Postbus haben den Startschuss zum VCÖ-Mobilitätspreis Wien gegeben, der unter dem Motto „Mobilität und Transport 2025“ steht. Gesucht sind vorbildhafte Projekte, die zeigen, wie die Mobilität der Zukunft klimafreundlicher sein kann.

Das Auto hat für die Mobilität der Wienerinnen und Wiener massiv an Bedeutung verloren, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Im Jahr 2000 legte die Wiener Bevölkerung noch 37 Prozent ihrer Wege mit dem Pkw zurück, im Vorjahr waren es nur mehr 27 Prozent. Immer mehr Wienerinnen und Wiener entscheiden sich, ohne eigenes Auto zu leben. 41 Prozent der Wiener Haushalte haben kein Auto. Seit dem Jahr 2005 ist in elf Bezirken trotz Bevölkerungswachstums die Zahl der Autos gesunken.

„Die Wienerinnen und Wiener haben ihr Mobilitätsverhalten verändert. Der Platz zwischen den Verkehrsmitteln ist diesen Änderungen folgend fairer zu verteilen. Dazu gehören eigene, baulich getrennte Gleiskörper für die Straßenbahn, eine grüne Welle für die Bim und der Bau weiterer Straßenbahnlinien“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Das veränderte Mobilitätsverhalten hat Wiens Klima- und Energiebilanz verbessert.

Die Öffis sind das wichtigste Verkehrsmittel für die Wienerinnen und Wiener. Im Jahr 2006 wurden das erste Mal mehr Alltagswege mit den Öffis zurückgelegt als mit dem Auto. Im Vorjahr sind die Wienerinnen und Wiener fast um die Hälfte mehr Wege mit Öffis gefahren als mit dem Auto. Bim, U-Bahn und S-Bahn sind die effizientesten Fahrzeuge. Im Frühverkehr ersetzt eine einzige Straßenbahnfahrt 120 bis 150 Autofahrten, betont der VCÖ.

Die Wienerinnen und Wiener legten im Vorjahr erstmals mehr Wege zu Fuß zurück als mit dem Auto. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou betont: „Kinder und die Großeltern-Generation haben hinsichtlich ihrer Mobilität ähnliche Bedürfnisse. Sie brauchen mehr und attraktive Plätze für Begegnung, die Kinder zum Spielen, die Älteren zum Rasten. Sie brauchen Temporeduktion des Kfz-Verkehrs für mehr Sicherheit und weniger Stress. Hier wollen wir ansetzen, etwa durch bequeme, leistungsfähige und barrierefreie Verbindungen für Fußgängerinnen und Fußgänger durch die ganze Stadt.“

Die Zahl der Bevölkerung im Wiener Umland wird bis zum Jahr 2030 um rund 110.000 zunehmen. Damit werden mehr Menschen nach Wien pendeln. Gleichzeitig wird Wien im Jahr 2030 um rund 250.000 mehr Einwohnerinnen und Einwohner haben als heute. Der Bedarf an Wohnflächen sowie an Erholungsflächen und Kinderspielplätzen nimmt zu. Der zukünftige Verkehr muss daher platzsparender sein als heute. Es braucht im Umland von Wien einen starken Ausbau des Bahnnetzes, mehr Verbindungen auf bestehenden Strecken und auch Fahrrad-Highways nach dem Vorbild Londons und Kopenhagens, betont der VCÖ.

Wegen der großen zukünftigen Herausforderungen ist der VCÖ-Mobilitätspreis heuer dem Thema „Mobilität und Transport 2025“ gewidmet. Gesucht sind vorbildhafte Projekte, die schon heute zeigen, wie klimafreundliche, platzsparende und energieeffiziente Mobilität der Zukunft aussehen kann. Die Themen reichen vom Öffentlichen Verkehr über Gehen und Radfahren bis zur Elektro-Mobilität.

„Ich weiß von meiner Arbeit als Verkehrsstadträtin, dass es in Wien viel Innovationsgeist gibt. Deshalb erwarte ich mir viele Projekteinreichungen“, ruft Vizebürgermeisterin Vassilakou zur Teilnahme am VCÖ-Mobilitätspreis Wien auf. Am VCÖ-Mobilitätspreis Wien können Betriebe und Unternehmen, die Bezirke, Fachhochschulen, Schulen, Universitäten, Organisationen und Vereine teilnehmen. Privatpersonen, können Projektideen einreichen. Der VCÖ-Mobilitätspreis Wien wird in Kooperation mit der Stadt Wien und dem ÖBB-Postbus durchgeführt und von den Wiener Linien und der GESIBA unterstützt.

Alois Ometzberger, Regionalmanager vom ÖBB-Postbus, betont: „Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und Gütern. Mit Blick in die Zukunft investieren wir kontinuierlich sowohl in Infrastruktur als auch in Fahrzeuge, um den Kundinnen und Kunden bestmögliche Qualität und maximalen Reisekomfort bieten zu können.“

Die Einreichfrist endet am 30. Juni. Einreichunterlagen sind beim VCÖ unter (01) 893 26 97 oder www.vcoe.at erhältlich.

VCÖ: Die Öffis sind für Wienerinnen und Wiener das wichtigste Verkehrsmittel
(Anteil Verkehrsmittel an Alltagswegen im Jahr 2012 – in Klammer Jahr 2000)
1. Öffentlicher Verkehr: 39 Prozent (33 Prozent)
2. Zu Fuß gehen: 28 Prozent (26 Prozent)
3. Pkw: 27 Prozent (37 Prozent)
4. Fahrrad: 6 Prozent (4 Prozent)
Quelle: Socialdata, VCÖ 2013


VCÖ: In elf Bezirken gibt es heute weniger Autos als im Jahr 2005
(Änderung Anzahl Pkw seit 2005 – in Klammer Änderung Bevölkerung)
1. Alsergrund: minus 1.167 Pkw (plus 423 Einwohner)
2. Margareten: minus 890 Pkw (plus 1.219 Einwohner)
3. Josefstadt: minus 495 Pkw (plus 367 Einwohner)
4. Mariahilf: minus 420 Pkw (plus 757 Einwohner)
5. Währing: minus 390 Pkw (plus 1.226 Einwohner)
6. Neubau: minus 309 Pkw (plus 1.354 Einwohner)
7. Brigittenau: minus 267 Pkw (plus 3.401 Einwohner)
8. Hietzing: minus 230 Pkw (minus 302 Einwohner)
9. Wieden: minus 140 Pkw (plus 1.614 Einwohner)
10. Döbling: minus 122 Pkw (plus 2.424 Einwohner)
11. Rudolfsheim-Fünfhaus: minus 79 Pkw (plus 3.126 Einwohner)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

Zurück zur Übersicht