VCÖ: Verkehrslärm ist die größte Lärmbelastung in Österreich

VCÖ: Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet – VCÖ-Onlinekarte: Verlärmte Straßen eintragen

VCÖ (Wien, 26. April 2022) – Fast die Hälfte der lärmgeplagten Österreicherinnen und Österreicher geben als Hauptursache Verkehrslärm an, macht der VCÖ anlässlich des morgigen internationalen Tages gegen Lärm aufmerksam. Davon ist für 82 Prozent der Kfz-Verkehr die größte Lärmquelle. In einer Online-Karte des VCÖ können Bürgerinnen und Bürger Straßen mit zu viel Verkehrslärm eintragen. Dauerhafte Lärmbelastung macht krank, kann Schlafstörungen und Herzkreislauf-Erkrankungen verursachen. Der VCÖ fordert daher mehr Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 als Regelgeschwindigkeit im Ortsgebiet.

„Dauerhafter Verkehrslärm macht krank. Zu viel Verkehr und zu hohes Tempo erhöhen für Anrainerinnen und Anrainer die Belastung. Umso wichtiger ist es, durch verstärkte Verkehrsberuhigung die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen“, stellt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer fest. Verkehrslärm ist die größte Lärmbelastung in Österreich, wie Daten der Statistik Austria zeigen. 1,2 Millionen Österreicherinnen und Österreicher ab 16 Jahren wohnen an einer Straße, wo der Verkehrslärm eine Belastung ist. Davon geben fast eine Million Menschen den Kfz-Verkehr als größte Lärmquelle an, rund 120.000 leiden unter Fluglärm und für rund 94.000 ist der Schienenverkehr zu laut, informiert der VCÖ.

Der Verkehrslärm ist für mehr als doppelt so viele Menschen eine Belastung wie zu laute Nachbarn und für dreimal so viele wie Baustellen, die zum Teil auch im Zusammenhang mit Straßenbau oder Straßensanierungen stehen. Die WHO empfiehlt, die dauerhafte Lärmbelastung auf unter 53 Dezibel zu reduzieren, in der Nacht auf unter 45 Dezibel, weil "Straßenverkehrslärm oberhalb dieses Wertes mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden ist".

Der VCÖ weist darauf hin, dass stark befahrene Straßen eine Belastung von über 55 Dezibel aufweisen. Dauerhafter Lärm macht krank. Lärm versetzt den Körper in einen Stresszustand, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und das Schlaganfallrisiko steigen. Auch Schlafstörungen und mangelnde Konzentrationsfähigkeit sind Folgen von dauerhaftem Lärm.

Der VCÖ möchte nun gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aufzeigen, wo der Verkehrslärm ein Problem ist. In einer Online-Karte unter https://map.vcoe.at/problemstellen/ können zu laute Straßen bis zum 15. Mai markiert werden. Der VCÖ sammelt die Einträge und leitet sie an die zuständigen Behörden weiter.

Eine wirksame Maßnahme, um den Straßenverkehr leiser zu machen, ist im Ortsgebiet Tempo 30 sowie Verkehrsberuhigung in Wohngebieten. Tempo 30 statt 50 nimmt das menschliche Ohr wie eine Halbierung des Verkehrs wahr, verdeutlicht der VCÖ. Elektroautos sind übrigens nur bis Tempo 30 leiser als Pkw mit Benzin- oder Dieselmotor, denn ab zirka 30 Kilometer pro Stunde ist das Rollgeräusch von Autos lauter als der Motor.

Zudem sind bei Tempo 30 statt 50 und in verkehrsberuhigten Gebieten mehr Menschen mit dem Fahrrad statt mit dem Auto unterwegs, was wiederum den Verkehrslärm reduziert. „Zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs ist ein häufiger Grund, warum Strecken in Raddistanz nicht mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Durch Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 wird auch Familien ermöglicht, mehr Alltagswege mit dem Rad zu fahren. Damit kommen Kinder, aber auch Erwachsene, auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung“, stellt VCÖ-Expertin Mosshammer fest.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699) 18932695

VCÖ: Lärm des Kfz-Verkehrs ist die größte Lärmquelle in Österreich (Hauptquelle für Lärm im Wohnbereich – Anteil Bevölkerung ab 16 Jahre)

Insgesamt ist in Österreich ein Drittel der Bevölkerung in ihrer Wohnung durch Lärm belastet. Das sind rund 2,5 Millionen Personen ab 16 Jahre. Als Hauptursache der Lärmbelastung werden angegeben:

Kfz-Verkehr: 39,8 Prozent

Nachbarwohnung: 23,2 Prozent

Baustellen: 15,0 Prozent

Flugverkehr: 4,9 Prozent

Freizeit / Tourismus: 3,0 Prozent

Andere Betriebe: 2,8 Prozent

Eisenbahnen: 2,8 Prozent

Lokale: 2,4 Prozent

Straßenbahnen: 1,0 Prozent

Sonstiges und weiß nicht: 5,1 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2022

Zurück zur Übersicht