VCÖ: Typischer Geisterfahrer ist alkoholisiert und männlich

VCÖ (Wien, 11. Februar 2014) – 107 Menschen verloren in Österreich seit dem Jahr 1987 durch Geisterfahrer ihr Leben, macht der VCÖ aufmerksam. Jeder dritte tödliche Geisterfahrerunfall passierte in Niederösterreich. Im Vorjahr starben zwei Menschen bei einem Geisterfahrerunfall auf der A13 in Tirol. Laut Ö3 wurden im Vorjahr 363 Geisterfahrer gemeldet, die meisten am Wochenende in den Nachtstunden. Der VCÖ weist darauf hin, dass der typische Geisterfahrer alkoholisiert und männlich ist. Der VCÖ fordert mehr Alkoholkontrollen im Umfeld von Autobahnauffahrten und mehr Disco- und Nachtbusse in Österreich.

„Der typische Geisterfahrer ist männlich und hat schon zuvor mehr als einmal Tempo- und Alkohollimits deutlich übertreten“, erklärt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek. Acht von zehn Geisterfahrern sind Männer, jeder zweite ist zwischen 21 und 40 Jahre jung. Meist sind Geisterfahrer alkoholisiert. Die meisten Geisterfahrer waren laut Ö3-Geisterfahrerstatistik auch im Vorjahr am Wochenende in den Nachtstunden unterwegs.

Der VCÖ fordert mehr Alkoholkontrollen im Umfeld von Autobahnauffahrten. Als Präventionsmaßnahme setzt sich der VCÖ für mehr Disco- und Nachtbusse ein. Ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen soll für diese Verkehrssicherheitsmaßnahme zweck gewidmet werden.  „Auch in den ländlichen Regionen sollen Jugendliche und junge Erwachsene am Wochenende eine sichere Alternative zum Pkw haben“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest.

Eine VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 1987 durch Geisterfahrerunfälle in Österreich 107 Menschen ums Leben kamen. Die meisten in Niederösterreich (38) und in der Steiermark (30). In Vorarlberg gab es seit dem Jahr 1987 keinen einzigen tödlichen Geisterfahrerunfall. In Wien und Burgenland war jeweils ein Todesopfer zu beklagen. Im Vorjahr starben bei einem Geisterfahrerunfall auf der A13 zwei Menschen.

Der VCÖ weist darauf hin, dass im vergangenen Vierteljahrhundert die Zahl der tödlichen Geisterfahrerunfälle deutlich zurückgegangen ist. Im Zeitraum 1988 bis 1993 starben insgesamt 44 Menschen bei Geisterfahrerunfällen, im Zeitraum 2008 bis 2013 gab es insgesamt sieben Todesopfer.

Die Ö3-Geisterfahrerstatistik zeigt, dass auf der A2 Südautobahn  im Vorjahr die meisten Geisterfahrer gesichtet wurden, 65 Autofahrer waren hier in die falsche Richtung unterwegs. Auf der A1 Westautobahn wurden 43 Geisterfahrer gesehen, auf der A12 Inntalautobahn 41 und auf der A10 Tauernautobahn 28. Österreichs Schnellstraße mit den meisten Geisterfahrern ist laut Ö3 die S1 mit 14 Meldungen, gefolgt von der S6 Semmeringschnellstraße mit 13 Meldungen.

In Tirol befindet sich der Abschnitt mit den meisten Geisterfahrermeldungen: Laut Ö3 wurden auf der A12 zwischen Innsbruck-Ost und Kufstein 22 Geisterfahrer gemeldet, dahinter folgt die A1 zwischen Mondsee und Staatsgrenze mit 12 Meldungen.

 

VCÖ: Im Vorjahr zwei  Todesopfer bei Geisterfahrerunfall

2013: 2 Todesopfer
2012: 0 Todesopfer
2011: 0 Todesopfer
2010: 1 Todesopfer
2009: 2 Todesopfer
2008: 2 Todesopfer
2007: 1 Todesopfer
2006: 2 Todesopfer
2005: 8 Todesopfer
2004: 1 Todesopfer
2003: 3 Todesopfer
2002: 3 Todesopfer
2001: 1 Todesopfer
2000: 7 Todesopfer
Gesamt: 33 Todesopfer

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

 

VCÖ: Jeder dritte tödliche Geisterfahrerunfall passierte seit dem Jahr 1987 in Niederösterreich
(Anzahl der Todesopfer durch Geisterfahrerunfälle seit dem Jahr 1987)

 

Niederösterreich: 38
Steiermark: 30
Oberösterreich: 13
Salzburg: 12
Kärnten: 9
Tirol: 3
Burgenland: 1
Wien: 1
Vorarlberg: 0
Summe: 107

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

 

VCÖ: Laut Ö3-Geisterfahrerstatistik in Niederösterreich die meisten Geisterfahrer
(Geisterfahrermeldungen 2013, in Klammer (2012 / 2011 / 2010)

 

1. Niederösterreich: 97  (107 / 107 / 120)
2. Steiermark: 75 (90 / 80 / 71)
3. Tirol: 55 (55 / 39 / 39)
4. Oberösterreich: 42 (44 / 45 / 72)
5. Kärnten: 37 (46 / 26 / 42)
6. Salzburg: 30 (15 /28 / 24)
7. Wien: 12 (12 / 17 / 13)
8. Burgenland: 10 (7 / 8 / 9)
9. Vorarlberg: 5 (16 / 16 / 12)
Österreich: 363 (392 / 366 / 402)

Quelle: Ö3, VCÖ 2014

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