VCÖ: Strengere Regeln für Tiertransporte nötig

VCÖ (Wien, 3. Oktober 2014) – Tiertransporte sind für Tiere häufig mit großen Qualen verbunden, erinnert der VCÖ anlässlich des morgigen Welttierschutztages. Internationale Tiertransporte dürfen mit kurzen Pausen bis zu 30 Stunden dauern, Schweine dürfen durchgehend 24 Stunden transportiert werden, kritisiert der VCÖ. In Österreich wurden im Vorjahr insgesamt 136.450 Kontrollen von Tiertransporten durchgeführt, die meisten in Oberösterreich. Der VCÖ fordert eine Beschränkung von Tiertransporten auf maximal acht Stunden und empfiehlt bewusst zu konsumieren.

Zahlreiche Lkw sind täglich auf Europas Straßen mit lebenden Tieren unterwegs, auch in Österreich. „Rinder, Schweine und Hühner werden längst nicht mehr nur transportiert, um den nächstgelegenen Schlachthof zu erreichen. Jungtiere fahren zur Mast dorthin, wo Futtermittel billig sind, trächtige Zuchttiere werden quer durch Europa verschickt und der angefahrene Schlachthof ist nicht immer auch der nächstgelegene“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr in Österreich 136.450 Tiertransporte kontrolliert wurden. Die Zahl der Tiertransporte ist deutlich höher, weil Transitfahrten nur stichprobenartig kontrolliert werden und auch nicht jede innerösterreichische Fahrt erfasst wird.

Innerhalb Österreichs gibt es in Oberösterreich die meisten Tiertransporte. „In Oberösterreich wurden im Vorjahr 60.085 Tiertransporte kontrolliert, dahinter folgen die Steiermark und Niederösterreich“, berichtet VCÖ-Expertin Rasmussen. 90 Prozent der Kontrollen erfolgen beim Schlachthof, nur 8,5 Prozent bei der Verladung. Nur 1.218 Tiertransporte wurden in Österreich auf der Straße kontrolliert. Zu wenig, kritisiert der VCÖ.

Besonders qualvoll sind lange, grenzüberschreitende Tiertransporte. „Auf EU-Ebene gelten Fahrten bis zu acht Stunden, ohne Wasser und Futter, als Kurzstreckentransporte. Tiere werden rechtlich als Ware betrachtet“, sieht VCÖ-Expertin Rasmussen die neue EU-Kommission gefordert, zur Verringerung des Tierleids strengere Regeln für den Tiertransport zu beschließen.

Für Tiere bedeutet der Transport enormen Stress. Es gibt wenig Platz, oft ist die Wasserversorgung schlecht oder fehlt zur Gänze, die Tiere verletzen einander, auch beim Bremsen kann es zu Verletzungen kommen. Zusätzlich belasten der Lärm des Verkehrs, die schlechte Luft sowie im Sommer die Hitze die Tiere. International werden Tiere 14 Stunden ohne Pause transportiert, bei Schweinen sind sogar 24 Stunden erlaubt. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich rund eine halbe Million Schweine aus dem Ausland eingeführt werden sowie 100.000 Schlachtrinder.

Ein Grund für lange Tiertransporte ist auch die zunehmende Zentralisierung bei den Schlachthöfen. Europaweit schlachten laut Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ die 13 größten Unternehmen bereits 38 Prozent der Schweine. „Die Tiere sind durch die längeren Transporte noch größeren Qualen ausgesetzt, der Lkw-Verkehr auf den Straßen nimmt zu“, weist VCÖ-Expertin Rasmussen auf die Folgen hin. Der VCÖ fordert auf EU-Ebene eine Verpflichtung, dass der nächstgelegene Schlachthof anzufahren ist und eine Beschränkung der Tiertransporte auf maximal acht Stunden.

Durch das eigene Konsumverhalten kann ein Beitrag zur Verringerung von qualvollen Tiertransporten geleistet werden. Insgesamt ist der Fleischkonsum in Österreich mit rund 65 Kilogramm pro Kopf sehr hoch. Der VCÖ empfiehlt weniger Fleisch zu konsumieren und wenn, dann regionalen Produkten und Biofleisch den Vorrang zu geben. „Fleisch ist wertvoll. Im Schnitt werden für ein Kilogramm Fleisch 22 Kilogramm Getreide und 20.000 Liter Wasser verbraucht“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Rasmussen.

 

VCÖ: In Oberösterreich gibt es die meisten Kontrollen von Tiertransporten (Kontrollen im Jahr 2013)

Oberösterreich: 60.085 Kontrollen

Steiermark: 47.214 Kontrollen

Niederösterreich: 12.451 Kontrollen

Kärnten: 6.790 Kontrollen

Tirol: 3.813 Kontrollen

Burgenland: 2.406 Kontrollen

Vorarlberg: 2.174 Kontrollen

Salzburg: 1.339 Kontrollen

Wien: 178 Kontrollen

Quelle: BMG, VCÖ 2014

 

VCÖ: Auf der Straße finden die meisten Kontrollen in Niederösterreich statt (Kontrollen von Tiertransporten auf der Straße  im Jahr 2013)

Niederösterreich: 302 Kontrollen

Oberösterreich: 237 Kontrollen

Kärnten: 189 Kontrollen

Steiermark: 166 Kontrollen

Tirol: 151 Kontrollen

Salzburg: 149 Kontrollen

Wien: 14 Kontrollen

Burgenland: 5 Kontrollen

Vorarlberg: 5 Kontrollen

Quelle: BMG, VCÖ 2014

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