VCÖ: Im vergangenen Herbst im Schnitt täglich 6 verletzte Kinder durch Verkehrsunfälle- in dunkler Jahreszeit erhöhte Aufmerksamkeit nötig

VCÖ (Wien, 8. Oktober 2015) – Im Vorjahr wurden in Österreich zwischen Oktober und Dezember im Schnitt jeden Tag sechs Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt, macht der VCÖ aufmerksam. Jeder fünfte Kinderunfall passierte am Schulweg. In der dunklen Jahreszeit sind Autolenkende aufgerufen, besonders aufmerksam zu fahren. Der VCÖ fordert mehr Verkehrsberuhigung vor Schulen, Spielplätzen und im Wohnumfeld und verstärkte Maßnahmen gegen Handy am Steuer.

Die dunkle Jahreszeit erhöht für Kinder das Risiko, im Verkehr zu spät gesehen zu werden. Der VCÖ ruft Autofahrerinnen und Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit in der dunklen Jahreszeit auf. „Bei schlechter Sicht ist das Tempo zu verringern und die volle Konzentration aufs Autolenken zu richten. Wer beim Autolenken telefoniert, reagiert ähnlich langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille“,  betont VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr zwischen Oktober und Dezember 583 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt wurden. Zum Glück gab es keinen tödlichen Kinderunfall.

Jeder fünfte Kinderunfall passierte am Schulweg, im Oktober war es sogar jeder vierte, so der VCÖ. In der Übergangszeit haben sich einige noch nicht an die schlechteren Sichtverhältnisse angepasst. Die Folge: Zu hohes Tempo und zu geringe Aufmerksamkeit. „Umso wichtiger ist es für Kinder, dass es im Umfeld von Schulen und Spielplätzen sowie in Wohngebieten Verkehrsberuhigung gibt und das Tempo des Kfz-Verkehrs niedrig ist“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Gerade der Schulweg ist für Kinder eine Möglichkeit auf einen Teil der täglichen Bewegung zu kommen. Mangelnde Verkehrssicherheit führt dazu, dass Eltern ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, wodurch das Verkehrsaufkommen in der Schulumgebung zunimmt und das Unfallrisiko für die anderen Kinder steigt. Der VCÖ führt daher die Initiative „Sicherer Schulweg“ durch: Eltern können Gefahrenstellen am Schulweg in eine interaktive Karte unter schulweg.vcoe.at eintragen. Der VCÖ leitet die gemeldeten Problemstellen an die zuständigen Behörden weiter.

Ein großes Sicherheitsproblem sind fehlende Gehwege in ländlichen Regionen. Insbesondere Bushaltestellen müssen über einen sicheren Gehweg erreichbar sein. „Niemand und schon gar kein Kind sollte gezwungen sein, auch nur einen Meter am Rand einer Freilandstraße gehen zu müssen, um eine Bushaltestelle zu erreichen“, fordert VCÖ-Experte Gansterer den Ausbau des Wegenetzes für Fußgängerinnen und Fußgänger. Wichtig sind zudem verstärkte Maßnahmen gegen Handy am Steuer.

Eltern empfiehlt der VCÖ in der dunklen Jahreszeit für ihre Kinder helle Kleidung auszuwählen. Zudem erhöhen Reflektoren auf der Kleidung und auf der Schultasche die Sichtbarkeit.

 

VCÖ: Täglich sechs Kinder bei Verkehrsunfällen in dunkler Jahreszeit verletzt
(Bei Verkehrsunfällen zwischen Oktober und Dezember verletzte Kinder, in Klammer verletzte Kinder am Schulweg)  

Oktober – Dezember 2014: 583 Kinder verletzt (am Schulweg 115 verletzte Kinder)

Oktober – Dezember 2013: 647 Kinder verletzt, 2 Kinder tödlich verunglückt (am Schulweg 167 verletzte Kinder)

Oktober – Dezember 2012: 584 Kinder verletzt, 1 Kind tödlich verunglückt (am Schulweg 183 verletzte Kinder)

Oktober – Dezember 2011: 632 Kinder verletzt (am Schulweg 134 verletzte Kinder)

Oktober – Dezember 2010: 595  Kinder verletzt, 1 Kind tödlich verunglückt (am Schulweg 106 verletzt Kinder, 1 Kind am Schulweg tödlich verunglückt)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

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