VCÖ-Analyse: Wien bei der Verkehrssicherheit im Spitzenfeld der EU-Hauptstädte

VCÖ (Wien, 2. September 2016) – Wien liegt bei der Verkehrssicherheit im Vergleich der EU-Hauptstädte an zweiter Stelle, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Nur in Stockholm gab es im Zeitraum 2012 bis 2015 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner weniger tödliche Verkehrsunfälle. An dritter Stelle folgt Berlin. Der VCÖ betont, dass es in Wien weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen benötigt. Denn jeder tödliche Verkehrsunfall, ist einer zu viel.

„Bei der Verkehrssicherheit gibt es zwischen den EU-Hauptstädten große Unterschiede. Erfreulich für Österreich ist, dass Wien im Spitzenfeld der verkehrssichersten Hauptstädte liegt“, fasst VCÖ-Experte Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Analyse zusammen. Der VCÖ hat die Anzahl der Verkehrstoten für den Zeitraum 2012 bis 2015 analysiert. Stockholm weist mit jährlich 0,7 tödlich Verunglückten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner die höchste Verkehrssicherheit auf, Wien liegt mit 1,1 an zweiter Stelle vor Berlin mit 1,2.

Am Ende liegt Rom mit 4,8 Verkehrstoten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Bei den Millionenstädten hat Wien die niedrigste Zahl tödlicher Verkehrsunfälle. Im Vorjahr erreichte Wien mit 0,7 jenen Wert, den Spitzenreiter Stockholm im 4-Jahresschnitt aufweist. Für ganz Österreich beträgt der Wert 5,6 Verkehrstote pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Ein Hauptgrund für die vergleichsweise hohe Verkehrssicherheit ist das Mobilitätsverhalten der Wiener Bevölkerung: Fast drei Viertel der Alltagswege legen die Wienerinnen und Wiener mit Öffis, zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Ein zweiter entscheidender Faktor bei der Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle ist die Geschwindigkeit des Verkehrs. Deshalb wirken sich Tempo 30 und andere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen positiv auf die Unfallbilanz aus.

„Das gute Abschneiden im EU-Hauptstadt-Vergleich darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es zusätzliche Maßnahmen braucht, um insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmer das Unfallrisiko zu verringern“, betont VCÖ-Experte Gansterer. So ist die Infrastruktur für das Radfahren und Gehen auszubauen und zu verbessern. Zudem sind Maßnahmen gegen den „toten Winkel“ bei Lkw vor allem für Fußgänger, Radfahrer sowie Moped- und Motorradfahrer sehr wichtig. Neben der Verringerung der Lkw-Fahrten in Wien durch verbesserte Logistik, sind die technischen Sicherheitssysteme bei Lkw zu verbessern. Zuletzt hat eine europäische Studie gezeigt, dass es zwischen den Lkw-Modellen große Unterschiede beim "toten Winkel" gibt.

Um das Ziel „kein tödlicher Verkehrsunfall“ zu erreichen, ist auch das öffentliche Verkehrsnetz im wachsenden Wien weiter auszubauen – sowohl innerhalb Wiens als auch vom Umland nach Wien. Wie die vergangene Woche präsentierte S-Bahn-Studie der AK zeigt, kann mit mehr S-Bahnverbindungen der Autoverkehr nach Wien reduziert werden, was wiederum die Verkehrssicherheit erhöht.

VCÖ: Wien bei der Verkehrssicherheit im Spitzenfeld der EU-Hauptstädte (Jährliche Anzahl Verkehrstote pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Zeitraum 2012 bis 2015)

1. Stockholm: 0,7
2. Wien: 1,1
3. Berlin: 1,2
    Dublin: 1,2 **
5. Helsinki: 1,5
    Kopenhagen: 1,5
7. London: 1,6
    Paris: 1,6 *
9. Madrid: 1,8 *
    Luxemburg: 1,8
11. Amsterdam: 1,9
12. Prag: 2,0 ***
13. Laibach: 2,1
14. Bratislava: 2,5
     Budapest: 2,5
16. Brüssel: 2,6
17. Tallin: 2,7
18. Zagreb: 3,2****
19. Lissabon: 3,5*
20. Bukarest: 3,6
21. Warschau: 3,8
22. Sofia: 4,0
23. Vilnius: 4,4
24. Riga: 4,4
25. Lefkosia (Nikosia): 4,6
26. Rom: 4,8

Quelle: Unfallstatistiken der Städte, VCÖ 2016

Daten weiterer Großstädte:

München: 1,4
Hamburg: 1,7
Barcelona: 1,7*
Den Haag: 2,4
Moskau: 4,6*

Quelle: Unfallstatistiken der Städte, VCÖ 2016

Keine Daten verfügbar für Athen

*Jahre 2012-2014
** Jahr 2012 und 2013
*** Kinder, die als Fußgänger tödlich verunglücken, werden in Prag nicht in die Unfallstatistik aufgenommen
**** Update April 2017: In der ursprünglichen Version des Berichts war Zagreb mit 6,0 und damit auf dem letzten Platz gelistet, gemäß den Daten, die die Statistikbehörde Kroatiens dem VCÖ zu tödlichen Verkehrsunfälle übermittelt hat. Das Innenministerium Kroatiens hat darauf hingewiesen, dass dies nicht die korrekte Quelle war und seine eigenen, international vergleichbaren Daten zu im Straßenverkehr getöteten Personen übermittelt.

VCÖ-Bericht zum Download

Zurück zur Übersicht