VCÖ: Abweichung des realen Spritverbrauchs vom Normverbrauch bereits 38 Prozent!

VCÖ: Neues Prüfverfahren ständig aktualisieren, um Schlupflöcher zu schließen

VCÖ (Wien, 29. August 2017) - Die Abweichung des tatsächlichen Spritverbrauchs vom Normverbrauch hat sich seit dem Jahr 2000 in Österreich mehr als verfünffacht, wie eine heute von der AK veröffentlichte Studie des Umweltbundesamts zeigt. Während im Jahr 2000 die Neuwagen beim Fahren auf der Straße nur sieben Prozent mehr Sprit verbrauchten als die Herstellerangaben versprachen, waren es im Jahr 2013 bereits 27 Prozent und sind auf 38 Prozent im Vorjahr geklettert. Der VCÖ weist darauf hin, dass damit der  Umwelt großer Schaden verursacht wird, aber auch den Autofahrerinnen und Autofahrern zusätzliche Kosten durch den erhöhten Spritverbrauch entstehen. Um Schlupflöcher und Schummeleien beim neuen WLTP-Prüfzyklus zu vermeiden, fordert der VCÖ laufende Verbesserungen. Zudem ist ein Ausstiegsplan für Diesel und Benzin zu beschließen.

"Nicht nur die gesundheitsschädlichen Abgaswerte sind beim Fahren auf der Straße massiv höher als am Prüfstand im Labor, auch der Spritverbrauch und damit die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen. All jene, die meinen, das wäre immer schon so gewesen, werden durch die Umweltbundesamt Studie widerlegt. Die Abweichung zwischen realem Verbrauch und Normverbrauch hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verfünffacht", stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen zu den heute veröffentlichten Ergebnissen fest. Allein seit dem Jahr 2013 ist die Abweichung massiv von 27 auf 38 Prozent im Vorjahr gestiegen.

Um 38 Prozent mehr Spritverbrauch bedeutet, dass auch die klimaschädlichen CO2-Emissionen um 38 Prozent höher sind. Das Umweltbundesamt hat zudem aufgedeckt, dass die realen CO2-Emissionen der Neuwagen im Vorjahr höher waren als im Jahr 2015 und im Jahr 2014. Laut Normverbrauch am Papier wären sie aber gesunken. "Wir haben es nicht nur mit einem Abgasskandal zu tun. Auch beim Spritverbrauch und bei den CO2-Emissionen läuft vieles falsch", betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Die Daten des Umweltbundesamts zeigen zudem, dass die Abweichung bei den Diesel-Pkw mit 43 Prozent deutlich größer ist als bei Benzin-Pkw (knapp über 30 Prozent). Weiteres Ergebnis: Die bei Hybrid-Pkw (Benziner oder Diesel-Pkw mit zusätzlichem E-Motor) angegebenen Verbrauchswerte weichen besonders stark vom Normverbrauch ab.

Der VCÖ fordert die Veröffentlichung der Messungen des Realen Spritverbrauchs durch die Hersteller, wie es der PSA-Konzern (Peugeot Citroen) bereits macht. Zudem ist der WLTP-Zyklus in kurzen Abständen nachzubessern, um Schlupflöcher  zu schließen.  Darüber hinaus erneuert der VCÖ seine Forderung nach einem konkreten Ausstiegsplan aus Diesel und Benzin bei den Neuwagen. Frankreich und Großbritannien planen ab dem Jahr 2040 keine Neuwagen mehr mit Diesel und Benzin verkaufen zu lassen, realistisch ist ein Ende des Verbrennungsmotors bei neuen Pkw bereits ab dem Jahr 2030, betont der VCÖ.

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