VCÖ: 40 Tonnen Lkw nutzt Straßen so stark ab wie bis zu 50.000 Pkw!

VCÖ (Wien, 2. März 2016) – Ein 40 Tonnen Lkw nutzt die Straßen so stark ab wie bis zu 50.000 Pkw, macht der VCÖ aufmerksam. Gerade auf Landes- und Gemeindestraßen verursacht der wachsende Lkw-Verkehr massive Fahrbahnschäden. Derzeit zahlt der Lkw-Verkehr nur für einen Bruchteil der verursachten Schäden, was den allgemeinen Steuertopf belastet. Der VCÖ fordert daher die Ausweitung der Lkw-Maut. In der Schweiz gibt es bereits seit 15 Jahren eine flächendeckende Lkw-Maut.

Auf die Bundesländer und Gemeinden rollt eine Kostenlawine zu. „In den kommenden Jahren wird ein großer Teil des Landes- und Gemeindestraßennetzes generalsaniert. Der Rechnungshof hat schon vor einigen Jahren darauf hingewiesen, dass die Erhaltungs- und Sanierungskosten der Landes- und Gemeindestraßen stark steigen werden“, erinnert VCÖ-Experte Markus Gansterer. Bis zum Jahr 2020 werden laut Rechnungshof die Sanierungskosten für Landes- und Gemeindestraßen von knapp mehr als 5.000 Euro auf bis zu 7.100 Euro pro Kilometer steigen. Derzeit kommt der Lkw-Verkehr für die von ihm verursachten Schäden nicht auf, den Großteil bezahlt die Allgemeinheit.

Der VCÖ weist darauf hin, dass Österreichs Straßennetz bereits eine Länge von 133.500 Kilometer hat. Derzeit zahlen Lkw nur auf den 2.200 Kilometern Autobahnen und Schnellstraßen eine Lkw-Maut. „Im Gegensatz zur Schweiz, wo flächendeckend am gesamten Straßennetz eine Maut für Lkw gilt, zahlen Lkw in Österreich auf nicht einmal zwei Prozent des Straßennetzes eine Maut“, macht VCÖ-Experte Gansterer aufmerksam.

Die realen Erfahrungen zeigen, dass mit der Lkw-Maut die Effizienz des Gütertransports steigt. Die Zahl der Leerfahrten nimmt ab. „Die Geschichte wiederholt sich. Vor Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen hieß es, Lebensmittel würden massiv teurer werden. In  Wirklichkeit war dem nicht so. Kein Wunder, denn der Transportkostenanteil ist bei Lebensmittel und anderen Gütern des täglichen Gebrauchs sehr gering“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Eine im Vorjahr veröffentlichte Studie des ÖIR zeigt, dass eine  flächendeckende Lkw-Maut sich mit lediglich 0,2 Cent auf einen Liter Milch auswirken würde, auf ein Kilogramm Zucker ebenfalls mit 0,2 Cent, auf ein Kilogramm Äpfel mit 0,3 Cent und auf ein Kilogramm Erdäpfel mit 0,1 Cent.

Der VCÖ weist zudem darauf hin, dass der Lkw-Verkehr, der fast ausschließlich mit Diesel fährt, massiv von der steuerlichen Begünstigung von Dieseltreibstoff profitiert. Laut WIFO-Studie macht die Steuerbegünstigung auf Diesel rund 640 Millionen Euro pro Jahr aus, mehr als die Hälfte davon kommt dem Lkw-Verkehr zugute. In der Schweiz wird neben der flächendeckenden Lkw-Maut zudem Diesel nicht steuerlich begünstigt, sondern gleich hoch besteuert wie Eurosuper.

Der VCÖ fordert eine rasche Ausweitung der Lkw-Maut. Die Einnahmen sollen auch für eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebotes für Pendlerinnen und Pendler verwendet werden. "Ein gutes öffentliches Verkehrsangebot verringert die Mobilitätskosten und bringt der Bevölkerung eine spürbare Entlastung", betont VCÖ-Experte Gansterer.

 

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