In Österreich im Schnitt täglich sechs Alko-Unfälle im Straßenverkehr

VCÖ (Wien, 3.Oktober 2016) – Sieben Todesopfer und 1.351 Verletzte. Das ist die Opferbilanz der Alko-Unfälle in Österreich im 1. Halbjahr. Im Schnitt passieren jeden Tag sechs schwere Alko-Unfälle im Straßenverkehr, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vorjahr hat die Exekutive mehr als 26.000 Alko-Lenker erwischt, das sind rund 500 pro Woche. Der VCÖ weist darauf hin, dass bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte steigt, bei zwei Promille auf das rund 35-Fache. Der VCÖ fordert mehr Kontrollen sowie mehr Anrufsammeltaxis und Nachtbusse.

Alkohol am Steuer kostete in den vergangenen viereinhalb Jahren in Österreich 136 Menschen das Leben, mehr als 13.000 Menschen wurden – zum Teil schwer – verletzt, informiert der VCÖ. Die tatsächliche Opferzahl ist noch höher, weil in der Regel bei tödlichen Alleinunfällen kein Bluttest gemacht wird.

Die Entwicklung im heurigen Jahr ist unerfreulich: Die Zahl der Alko-Unfälle ist im 1. Halbjahr um 13,3 Prozent gestiegen. 1.041 Alko-Unfälle passierten laut Statistik Austria in den ersten sechs Monaten. Mit Ausnahme von Vorarlberg hat heuer in allen Bundesländern die Zahl der Alko-Unfälle zugenommen.

Der VCÖ weist darauf hin, dass bereits bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte steigt, bei 1,0 Promille auf das 7-Fache und bei zwei Promille auf das 35-Fache.

Wie wirkt Alkohol auf das Fahrverhalten? Ab 0,8 Promille ist das Sichtfeld bereits deutlich eingeschränkt, es kommt zum sogenannten Tunnelblick. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt um 30 bis 50 Prozent ab. Alkohol führt zudem zu Selbstüberschätzung. Zu hohes Tempo und riskante Überholmanöver sind häufige Delikte bei Alko-Lenkern.

Zwischen ein und zwei Promille sind Seh- und Reaktionsfähigkeit noch massiver eingeschränkt, ebenso der Gleichgewichtssinn. Fahren in Schlangenlinie ist eine sichtbare Folge. „Was es bedeutet, wenn auf einer Freilandstraße das Auto auf die andere Fahrbahn kommt und frontal mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstößt, kann sich jeder vorstellen. Wer in diesem Zustand ein Auto lenkt, spielt nicht nur mit dem eigenen Leben Russisches Roulette, sondern auch mit dem Leben der anderen Autofahrer und Verkehrsteilnehmer“, verdeutlicht VCÖ-Experte Markus Gansterer. Je schneller und auch je schwerer das Fahrzeug ist, umso fataler die Folgen für das entgegenkommende Auto.

Der VCÖ fordert neben verstärkten Kontrollen auch mehr Anrufsammeltaxis und Nachtbusse. „Leider scheitert diese lebensrettende Maßnahme häufig am Geld. Deshalb sollte ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen zweckgewidmet werden, um damit Gemeinden bei der Einführung von Anrufsammeltaxis, Nacht- und Discobussen zu unterstützen“, schlägt VCÖ-Experte Gansterer vor.

Wichtig ist auch, dass in einer Runde, in der Alkohol konsumiert wird, Verantwortung für den Kollegen, Bekannten oder Freund übernommen wird. Auch hier gilt das Prinzip helfen statt wegschauen. Wer sieht, dass einer in der Runde vor hat, betrunken mit dem Auto nach Hause zu fahren, rechtzeitig ein Taxi rufen oder eine - nüchterne - Mitfahrgelegenheit organisieren.

 

VCÖ: Heuer im 1. Halbjahr mehr Alko-Unfälle in Österreich (Anzahl Verkehrsunfälle mit Alkoholisierten im 1. Halbjahr 2016 – in Klammer Änderung gegenüber 1. Halbjahr 2015)

Niederösterreich: 229 (plus 37)

Steiermark: 187 (plus 20)

Oberösterreich: 182 (plus 18)

Tirol: 97 (plus 3)

Wien: 96 (plus 27)

Salzburg: 83 (plus 6)

Kärnten: 76 (plus 11)

Vorarlberg: 63 (minus 5)

Burgenland: 28 (plus 5)

Österreich: 1.041 (plus 122)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ  2016

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